» Urteile niemals über einen Menschen, dessen Schuhe du nicht mindestens einen Mond lang getragen hast. «

 

indianisches Sprichwort


TOD & TABUS

Immer wieder erlebe ich Gespräche, in denen sich Hinterbliebene vollkommen unverstanden und allein gelassen fühlen. Nicht nur der Verlust, sondern auch die Überforderung der Mitmenschen ist sehr schwer zu ertragen. Unser Zeitgeist schließt alles aus dem Leben aus, was mit Krankheit und Tod zu tun hat. So stehen wir unvorbereitet dem Vorgang des Sterbens und dem Tod gegenüber. Uns fehlt eine Kultur, die damit selbstverständlich umgeht. Noch gibt es kaum Orte, an denen Schmerz und Leid wirklich gelebt werden dürfen. In alter Zeit gab es Klageweiber und andere Rituale, die es den Menschen erleichtert haben ihren Verlust zu durchleben. Heute fehlt uns das, und wir stehen hilflos dem gegenüber, was wir nicht verstehen: der Endlichkeit.

 

Als Trauerrednerin und Lebensberaterin habe ich viele Menschen dabei begleitet, Schicksalsschläge in ihrem Leben zu durchschreiten. Unter welchen Umständen auch immer Sie einen Verlust erlitten haben: Ich lade Sie herzlich ein, sich bei mir zu melden.


Selbstmord

Dass ein Mensch sich entschieden hat freiwillig aus dem Leben zu gehen, ist mehr als unfassbar, macht uns sprachlos. Es gibt einfach Dinge in unserem Sein, die zu groß für den Verstand sind. Der Tod hat eine solche Wucht, dass wir häufig keine Worte für unseren Schmerz und die Trauer finden. Selbst wenn der Wunsch besteht die eigenen Gefühle auszudrücken, finden wir nicht die richtigen Worte.

 

Häufig kommt dazu eine alles überdeckende Frage: Warum?

 

Geht ein Mensch mitten aus dem Leben, hinterlässt Familie, Kinder und Freunde, endet ein Leben viel zu früh, entsteht neben der Trauer um den Verlust meist noch Verzweiflung über den unverständlichen Sterbefall.

Auch ein Mensch, der uns nahesteht - egal wie lange wir ihn kennen - in seinem tiefsten Wesen bleibt er

für uns unbekannt und wir wissen NICHT WIRKLICH, was in ihm vorgeht.

 

Und in all diesem Gefühlschaos sollen wir auch noch wissen, wie, wo und wann der geliebte Mensch bestattet werden soll. Das letzte Geleit. Der Liebe will eine Stimme gegeben werden. Trotz allem.

Auch wenn es schmerzt.

 

Wünschen Sie sich, dass zum Gedenken gesprochen wird? Eine Rede, die ich aus Ihren Erinnerungen und Berichten schreibe, oder lieber mit Ihren eigenen Worten? In jedem Fall stelle ich mich gerne als Vortragende zur Verfügung - in der Hoffnung Ihren Gefühlen und Gedanken würdig Ausdruck zu verleihen.

Trotz allem.


Ein Kind stirbt

Wo bist Du?

Das Unfassbarste und am schwersten Auszuhaltende ist wohl der Tod des eigenen Kindes. Normalerweise gehen Eltern vor ihren Kindern. Diese Reihenfolge ist plötzlich außer Kraft gesetzt. Die eigentliche Ordnung gesprengt. Die Hilflosigkeit übersteigt alles, und nichts geht mehr. Alles gerät aus der Fassung, das eigene Leben wird unwirklich, wie im Nebel. Diffus. Sinnlos. "Warum das Kind und nicht ich?" Am liebsten wollen die Hinterbliebenen dem Kind in den Tod folgen. Nichts ist wie es war. Nichts!

 

Wenn Eltern ihr Baby oder Kind verlieren, ist nicht immer jemand für sie da. Weil es für fast alle im Umfeld eine hoffnungslose Überforderung ist, ihnen in diesem unendlichen Schmerz zur Seite zu stehen. Ein Weg zurück ins eigene Leben scheint unmöglich - und doch ruft das Leben unerbittlich nach einem letzten Gang, einer Bestattung, einem allerletzten Abschied. Dem Unaussprechlichen Worte zu geben, auch wenn es eigentlich gar nicht geht. Eine Rede ist der Versuch, diese Schwere zu mildern. Auch wenn er scheinbar zum Scheitern verurteilt ist. Damit Sie irgendwann in weiter Ferne sagen können: Ich weiß nicht, wo du bist und ob du mich hören kannst, aber wir alle hier haben dich auf das Innigste geliebt. Dieser Platz, deine letzte Ruhestätte ist das Symbol deines - wenn auch kurzen - gelebten Lebens, und wir waren ein Teil davon. Danke.


Plötzlicher Tod

Was, wenn ich dir eben noch einen Kuss gab, "Auf Wiedersehen, bis heute abend" zu dir sagte und du am Abend nicht kommst. Nie wieder kommen wirst. Einfach so. Aus dem Nichts. Plötzlich. Mitten im Leben. Mitten im Alltag. Ein tödlicher Unfall. Ein Herzstillstand oder Hirnschlag. Und du, der in meinem Leben am meisten geliebte Mensch, bist weg. Für immer. - - -

 

Irgendwo an einem stillen Ort in uns ist klar, dass unser Leben mit dem Tod endet. Aber natürlich nicht jetzt! Erst irgendwann. Später. Wenn es am Anfang oder mitten im Leben geschieht, sind wir geschockt und wie gelähmt. Weil wir dachten: es ist noch Zeit. Noch viel Zeit!

 

In einem solchen Augenblick wollen wir, dass die Zeit stehen bleibt. Unerbittlich dringen Erinnerungen an die kleinen Dinge und Versäumnisse in uns ein. Gerüche, Gefühle und Schmerz. Es fühlt sich wie Schuld an, dass wir dieses oder jenes nicht noch gesagt oder getan haben. Und nun soll alles vorbei sein? Nein - das kann nicht sein. Das darf nicht sein.

 

Wer weiß schon, wie es möglich ist, den Faden des Lebens trotzdem wieder aufzunehmen?

Oder wie es für die Lebenden weitergehen soll?

 

Man fühlt vielleicht nur, dass die Liebe ruft: "Wenn es schon sein musste, dass du stirbst, dann soll es ein würdiger und dir gemäßer Abschied sein." Dafür stehe ich Ihnen zur Seite. Ich begleite Sie Schritt für Schritt durch das Unausweichliche. Und durch den Versuch, der Wucht und Größe des Todes irgendwie zu begegnen und standzuhalten. Mit Worten. Gedenken an den geliebten Menschen -

ein letztes Mal.

In Liebe.